FDP-Kreistagsfraktion befürwortet urbane Seilbahnverbindungen

Gute Alternative zu Stau, zu Straßen- und zu Brückenbau

Freie Demokraten informierten sich über Seilbahnen. Das Foto wurde vor Beginn der Corona-Krise aufgenommen. (Foto: FDP)

Bei Seil- und Schwebebahnen denken wohl noch die meisten Menschen ans Gebirge bzw. an Attraktionen wie Bundesgartenschauen, Freizeitparks oder aber an Wuppertal, wo es schon seit mehr als einhundert Jahren eine Schwebebahn gibt. Die FDP-Kreistagsfraktion hat bereits im Juli 2018 die Wuppertaler Schwebebahn vor Ort getestet, weil in Ballungsräumen eine solche Einrichtung für den öffentlichen Personennahverkehr eine umwelt- und flächenschonende Lösung zur Überwindung natürlicher Verkehrshindernisse – wie etwa Flüsse – sein kann. Oder solche Verkehrsmittel helfen dabei, die letzten Kilometer zwischen Bahnhöfen und urbanen Zentren staufrei zu überwinden. Dies ist mit Seilbahnen möglich.

Medienberichte zeigen, dass der von der FDP im Rhein-Neckar-Kreis verfolgte Lösungsansatz für Verkehrsengpässe inzwischen in zahlreichen Städten und Regionen ebenfalls Befürworter findet. Ob und inwieweit dies technisch und finanziell für unsere Metropolregion Rhein-Neckar in Betracht kommt, beschäftigt die Kreistags-Liberalen in zunehmendem Maß, weswegen sie sich im Februar 2020 bei zwei führenden Seilbahn-Unternehmen aus erster Hand informiert haben. Bei Doppelmayr in Wolfurt (Vorarlberg) und Leitner in Sterzing (Südtirol) stießen sie auf Weltmarktführer im Seilbahnbau, die ihrerseits ebenfalls die Zeichen der Zeit erkannt haben und seit einiger Zeit an Konzepten für urbane Seilbahn-Lösungen arbeiten, ja sogar bereits umgesetzt haben. Das können Umlauf- oder Standseilbahn-Systeme sein. Die Zukunftsfähigkeit liegt im (Elektro-)Antrieb und in der Flexibilität durch Umbau, Abbau und Kabinengröße. Der Flächenverbrauch ist minimal. Auch an die Problematik möglicher Privatsphären-Verletzung durch „Blicke von oben“ in Wohnbereiche und Grundstücke wurde gedacht: Bei entsprechenden Überquerungen können die Kabinenscheiben automatisch „blickdicht“ gemacht werden. Beispiele funktionierender urbaner Seilbahnverbindungen gibt es längst. Insofern kann auf Erfahrungen zurückgegriffen werden.

Claudia Felden (Foto: Claudia Felden)

Fraktionsvorsitzende Claudia Felden, die auch der Verbandsversammlung der Metropolregion Rhein-Neckar angehört, kann sich im Raum Mannheim-Heidelberg etliche Projekte vorstellen, für die sich eine urbane Seilbahn als Lösung von Verkehrsproblemen eignet und die auch kostengünstiger sein können als Straßenbau und Flächenfraß – etwa in Heidelberg zwischen Hauptbahnhof und Neuenheimer Feld, in Mannheim als Verbindung nach Ludwigshafen, in Walldorf vom Bahnhof zur SAP.

Die zweitägige Exkursion zu den Seilbahnfirmen in Vorarlberg und Südtirol erstreckte sich nicht lediglich auf den theoretischen Part. Auch die Praxis wurde erprobt: In Percha nahe Bruneck verbindet eine Leitner-Seilbahn den Pustertal-Bahnhof direkt mit dem Kronplatz. Im Winter wird damit autofrei ein großes Skigebiet erschlossen, und außerhalb der Ski-Saison bietet der Kronplatz kulturell einiges (Messner-Museum, Museum Lumen) Sehenswertes sowie einen faszinierenden Dolomiten-Rundblick. Der Kurztrip der FDP-Kreistagsfraktion ins Gebirge hat deren Meinung verfestigt, dass Seilbahn-Lösungen nicht nur Höhen, sondern auch Weiten überwinden können. Sicher wird es nicht leicht werden, mit dieser im urbanen Bereich neuen ÖPNV-Ergänzung zu überzeugen. Im Vergleich mit Schienen-, Straßen- und Brückenbau sind die Umwelt-, Zeit- und Kosten-Vorteile punktueller Seilbahn-Verbindungen gewiss nicht abwegig, sind sich die Mitglieder der FDP-Kreistagsfraktion sicher nach den Vor-Ort-Informationen und Erfahrungen in Wuppertal, Vorarlberg und Südtirol.

Medizinische Versorgung sichern, Mobilität weiterentwickeln

FDP-Fraktionen der Region berieten bei Videokonferenz

FDP-Fraktionsmitglieder im Rhein-Neckar-Raum berieten bei Videokonferenz (Foto: FDP)

Rhein-Neckar-Kreis / Mannheim / Heidelberg. Bereits seit etlichen Jahren treffen sich die FDP-Fraktionen im Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises und in den Gemeinderäten von Mannheim und Heidelberg halbjährlich, um aktuelle kommunal- und regionalpolitische Themen zu erörtern. Corona-bedingt erfolgte dies nun erstmals in einer Videokonferenz. Die Diskussion und der Erfahrungsaustausch waren nicht minder intensiv und informativ als bei den vorausgegangenen Präsenzsitzungen.

Ein wesentlicher Besprechungspunkt war die geplante Klinikfusion Mannheim-Heidelberg. Die Liberalen sehen darin für unsere Region eine große Chance für eine optimale und umfassende medizinische Versorgung und als Ausbildungs- und Forschungsstandort. Für Mannheim ergäbe sich eine finanzielle Entlastung bei entsprechender Landes- oder sonstiger Beteiligung.

Die FDP-Fraktion im Rhein-Neckar-Kreistag sieht aber auch die flächendeckende klinische Grundversorgung als unverzichtbar an. „An dieser muss festgehalten werden“, erklärte Dietrich Herold als Kreisrat und als Mitglied des Aufsichtsrates der Gesundheitszentren Rhein-Neckar (GRN), auch wenn derzeit und bis auf Weiteres die Kreiskliniken mit Defiziten arbeiten. Wichtig sei der FDP eine moderne Geburtshilfe- und Regelversorgung durch Kliniken im ländlichen Raum. Dies gelte, so Bürgermeister Achim Walter (Obrigheim), FDP-Kreisrat im Neckar-Odenwald-Kreis, auch für seinen Landkreis.

In der Video-Schaltung der liberalen Mandatsträger ging es auch um Mobilitätsthemen, so etwa um den Verlauf der Radschnellwege Weinheim-MA, HD-MA, HD-Schwetzingen. Diese sind bereits planerisch weit fortgeschritten, während dies bei der Verbindung HD-Bruchsal noch nicht der Fall ist. Grundsätzlich befürworten die FDP-Vertreter in den Stadt- und Landkreisen den Ausbau der Radmobilität. Auch in großen Teilen der Einwohnerschaft werde diese akzeptiert, wenngleich einige der geplanten Streckenabschnitte problematisch sind – wie etwa in HD-Wieblingen.

Ein weiteres Mobilitätsthema ist für die Liberalen in der Region der Einsatz von Seilbahnen im Stadtverkehr. Die Rhein-Neckar-Kreistagsfraktion setzt sich seit längerem hierfür ein und hat entsprechende Marktführer und bereits existierende Seilbahnen im Stadtverkehrsbetrieb als effektive Verbindung in Kombination mit Schienen- und Busverkehr besichtigt.

Der Heidelberger Stadtrat Karl Breer berichtete über das vorgesehene Ankunftszentrum für Flüchtlinge in den „Wolfsgärten“ (HD-Wieblingen). Zu diesem Thema wird es in Heidelberg einen Bürgerentscheid geben. Während Heidelberg mit der Einsetzung eines „Nachtbürgermeisters“ noch nicht am Ziel ist, konnte Dr. Birgit Reinemund, Fraktionsvorsitzende in Mannheim, hierzu Positives aus ihrer Stadt berichten. Ebenso wie Rhein-Neckar-Fraktionschefin Claudia Felden berichtete Reinemund über die Bahntrasse Frankfurt-MA. Die nunmehr präferierte Variante durch den Lampertheimer Wald sowie die beabsichtigte „Troglösung“ sehen beide als positiv für die Region an. Allerdings werden bis zum Baubeginn noch Jahre vergehen. Und das Ende sei derzeit noch nicht absehbar.

In der Corona-bedingten Videokonferenz nahm natürlich die Pandemie-Problematik breiten Raum ein. Insbesondere wurde das Für und Wider von Luftfiltern für Schulen besprochen. Hier vermissen die Freien Demokraten einheitliche Standards und eine ausreichende finanzielle Förderung durch Bund und Land. In Heidelberg werden Luftfilter an einer Schule in der Bahnstadt getestet. Die Mannheimer Stadträtin Dr. Birgit Reinemund weiß von einem für Klassenräume geeigneten Luftfilter-System, für das jedoch Lieferengpässe bestehen. Bis wirksame Geräte in ausreichender Menge zur Verfügung stehen und bezuschusst werden, helfe nur die konsequente Einhaltung von Schutzmaßnahmen.

Trotz positiver Erfahrungen mit dieser Videokonferenz hoffen die FDP-Mandatsträger im Rhein-Neckar-Raum, ihr nächstes Treffen wieder als Präsenzveranstaltung durchführen zu können.

Rückblick und Vorschau der FDP-Kreistagsfraktion

Freie Demokraten trafen sich zum Fraktionsabend in Reilingen

v.l.: Die FDP-Kreistagsfraktion Bärbel Seemann, Matthias Renschler, Dr. Alexander Eger, Claudia Felden, Michael Herling, Dietrich Herold, Peter Schell

Reilingen. In der Besenwirtschaft von Peter und Ruth Schell ist die FDP-Kreistagsfraktion stets gerne zu Gast, zumal Peter Schell selbst langjähriger FDP-Kreisrat und seit fast 40 Jahren Gemeinderat in Reilingen ist. Die jährlichen Fraktionsabende bieten nicht nur Gelegenheit zur Begegnung mit früheren Kolleginnen und Kollegen, sondern auch zum Rückblick auf die Fraktionsarbeit im zu Ende gehenden Jahr. Die Fraktionsvorsitzende Claudia Felden konnte neben allen ihren Fraktionsmitgliedern auch frühere Fraktionsmitglieder, so ihren Vorgänger Dr. Heinz Bahnmüller, und Maria Criegee, Witwe des Walldorfer Altbürgermeisters Dr. Jürgen Criegee, begrüßen.

Claudia Felden erinnerte an die Schwerpunktthemen im Jahr 2019 und die regelmäßigen Vor-Ort-Besuche der Fraktion in Kreiseinrichtungen. Dadurch werden die anstehenden Entscheidungen anschaulich, und es besteht die Möglichkeit, mit den Betroffenen in den unmittelbaren Dialog zu kommen. Auch künftig werde man dieses bewährte Prinzip beibehalten und, wo möglich, intensivieren. Die jüngst mit überzeugender Mehrheit in ihrem Amt bestätigte Leimener Bürgermeisterin und Fraktionschefin der Kreistags-Liberalen ging näher auf die für die Freien Demokraten erfolgreich verlaufene Kreistagswahl am 26. Mai ein. Sie dankte insbesondere den beiden anwesenden „Alt-Kreisräten“ Hartmut Kowalinski und Heinz Jahnke für deren langjähriges Engagement, insbesondere auf dem Gebiet der Sozialpolitik. Mit Matthias Renschler, Michael Herling und dem nach einer „Auszeit“ wiedergewählten Peter Schell wird die neue Kreistagsfraktion durch weitere erfahrene und kompetente Kommunalpolitiker verstärkt. Erfreulich sei, dass bei dieser Wahl vier Direktmandate gewonnen werden konnten: Dr. Alexander Eger aus St. Leon-Rot; Dietrich Herold aus Edingen-Neckarhausen; Bärbel Seemann aus Nußloch und Claudia Felden aus Leimen. Die Kreistags- und Fraktionsarbeit konnte die neue siebenköpfige Fraktion nahtlos fortsetzen.

Besondere Akzente legen die Kreistags-Liberalen aktuell auf die Themen Frauenhaus für den Rhein-Neckar-Kreis, Jugendbeteiligung, Erhöhung der Musikschul-Förderung und Mobilität. Im Februar 2020 werden die FDP-Kreisräte zwei führende Hersteller von Seilbahnen besichtigen, denn dieses im Gebirge bewährte Verkehrsmittel kann auch im Rhein-Neckar-Kreis zweckmäßig, umweltschonend und kostengünstig eingesetzt werden. Die Förderung des ÖPNV im ländlichen Raum im Zusammenhang mit der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes, die Attraktivität der Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen des Kreises und die Unterstützung des sozialen, kulturellen und sportlichen Engagements sind und bleiben liberale Dauerthemen. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dietrich Herold dankte Claudia Felden für die engagierte Fraktionsführung und gratulierte ihr zur Wiederwahl als Bürgermeisterin in Leimen. Danach tischte Familie Schell auf und der Fraktionsabend klang mit lebhaften Diskussionen über aktuelle Themen, aber auch manche Erinnerung an die gemeinsame Arbeit aus.

Aufruf: „Jetzt mitmachen beim Mobilitätspakt Walldorf-Wiesloch!“

FDP-Fraktion im Kreistag Rhein-Neckar schlägt Seilbahn zwIschen Bahnhof und SAP-Areal vor

FDP-Kreistagsfraktion bei Besprechung des Mobilitätspakts Walldorf-Wiesloch

Walldorf / Wiesloch. Bereits vor fast einem Jahr hatte die FDP-Kreistagsfraktion beantragt, für den diesjährigen Kreishaushalt einen Planungsansatz von 100.000,- € einzustellen, um in einem kreativen Prozess in Zusammenarbeit mit der Stadt Walldorf mögliche Handlungsvarianten zur Lösung der Anbindung des Bahnhofs Wiesloch/Walldorf zum Walldorfer Gewerbegebiet Süd zu gewinnen und die jeweilige Machbarkeit zu untersuchen.

Der werktägliche Dauerstau rund um das Walldorfer Kreuz stellt schon längst eine große Belastung für den Wirtschaftsstandort Rhein-Neckar-Kreis dar. Baumaßnahmen an den Autobahnen und Anschlussstellen genügen dort nicht, um die Verkehrsverhältnisse zu verbessern. Hierfür ist eine intelligente Vernetzung aller Verkehrsmittel notwendig. Der Stärkung des ÖPNV dient eine verbesserte Anbindung des Bahnhofs Wiesloch/Walldorf an das Gewerbegebiet Süd, möglicherweise ergänzt um eine optionale Anbindung des Stadtkerns Walldorf und des Gewerbegebietes West. Eine relativ kostengünstige und ressourcenschonende Lösung kann eine Seil- oder Schwebebahn darstellen, wie sie in mehreren Städten bereits besteht oder konkret diskutiert oder geplant wird. Dieser zunächst von manch einem belächelte Vorschlag der Kreistags-FDP findet inzwischen mehr und mehr Befürworter, diesen Lösungsansatz unter Kosten-Nutzen-Aspekten sorgfältig zu prüfen und in Machbarkeitsstudien einzubeziehen. Weitere Informationen zum Seilbahn-Vorschlag der FDP sind verfügbar auf www.fdp-wiesloch.de/fdp-schlaegt-standseilbahn-vom-bahnhof-wiesloch-walldorf-zum-sap-areal-vor.

Bis zum 31. Juli können sich die Bürgerinnen und Bürger an der Ideenfindung für den Mobilitätspakt Walldorf-Wiesloch beteiligen. Die FDP-Kreistagsfraktion ruft zum Mitmachen auf unter www.mobipakt-wa-wi.de/beteiligen. Bringen Sie Ihre Ideen ein und/oder unterstützen Sie den Vorschlag der Freien Demokraten! Bis 31. Juli besteht hierfür Gelegenheit.

FDP schlägt Standseilbahn vom Bahnhof Wiesloch-Walldorf zum SAP-Areal vor

v.l. die FDP-Politikerinnen und -Politiker Hartmut Kowalinski, Dr. Christian Jung MdB, hinten Dr. Günter Willinger, vorne Heinz Jahnke, Dietrich Herold, Anja Rosker, Claudia Felden, Bernd Lang, Bärbel Seemann, Alexander Kohl

Nicht nur im Gebirge gut: Seil- und Schwebebahnen als Bindeglied im ÖPNV

Walldorf / Wiesloch. In Wuppertal gibt es schon seit über 100 Jahren eine Schwebebahn, die als attraktives öffentliches Verkehrsmittel auf einer Strecke von etwa 14 Kilometern durchs Tal der Wupper schwebt. Der Fern- und der regionale Bahn- und Busverkehr sind optimal an die Schwebebahnlinie angebunden. Die FDP-Kreistagsfraktion des Rhein-Neckar-Kreises konnte sich hiervon im vergangenen Jahr ein Bild vor Ort machen. Es wird dort zudem eine Standseilbahn geplant, die den Hauptbahnhof mit dem Universitätsareal verbinden soll.
Ähnliche Lösungsansätze sind auch für Nahverkehrsprobleme im Rhein-Neckar-Raum denkbar, so etwa zwischen der SAP-Zentrale und dem DB-Bahnhof Wiesloch-Walldorf. Dort kamen der FDP-Bundestagsabgeordnete und Verkehrspolitiker Dr. Christian Jung (Karlsruhe-Land), die FDP-Kreistagsfraktion sowie die FDP-Stadträte Bernd Lang (Wiesloch) und Dr. Günter Willinger (Walldorf) zusammen. Auch Kreisvorsitzender Alexander Kohl (Rhein-Neckar) und Ortsverbandsvorsitzende Anja Rosker (Walldorf) waren dabei. Vom DB-Bahnhof bis zum SAP-Areal könnte eine Standseilbahn mit einem Kostenaufwand erreicht werden, der deutlich unter einer Straßenbahn herkömmlicher Art läge und auch in Stoßzeiten leistungsfähig wäre.
Christian Jung will sich dabei um entsprechende Fördermittel bemühen. Kreisrat Dietrich Herold verwies auf eine neue öffentliche Verkehrsverbindung in der bretonischen Hafenstadt Brest. Die dortige „Téléphérique“ überquert einen Meeresarm und ist mit dem vor fünf Jahren in Betrieb genommenen Tram-Netz kombiniert. Standseilbahnlösungen, so Kreistags-Fraktionsvorsitzende Claudia Felden, seien auch in Großstädten wie München und Stuttgart im Gespräch, waren auch schon vor drei Jahren in Mannheim in Erwägung gezogen worden, seien dort aber an der damaligen Ablehnung Ludwighafens vorerst gescheitert. Diskutiert wird ebenso eine Standseil- bzw. Schwebebahnlösung zwischen dem Elsass und dem Europa-Park Rust und in Heidelberg zwischen Hauptbahnhof und dem Uni-Areal im Neuenheimer Feld.



FDP-Stadt- und -Kreisräte kamen zum Erfahrungsaustausch zusammen

Jährlich mehrmals informieren sich die FDP-Stadträte aus Mannheim und Heidelberg sowie die Mitglieder der FDP-Kreistagsfraktion Rhein-Neckar über die aktuellen Themen im jeweiligen Zuständigkeitsbereich. Diese Informationen und Erfahrungen reichen weiter als die Medienberichterstattungen und haben oft auch gemeinsam berührende Themen zum Inhalt. So war dies auch bei der jüngsten Zusammenkunft in Hirschberg, wo auch über den Sachstand der Vorbereitungen für die Kommunalwahlen berichtet worden war. In den Städten stehen die Kandidatinnen und Kandidaten der Freien Demokraten bereits seit längerem fest, in den 16 Wahlkreisen des Rhein-Neckar-Kreises sind die Wahlversammlungen ebenfalls – von einer Ausnahme abgesehen – abgeschlossen. Überall ist es gelungen, kompetente Kandidatinnen und Kandidaten zu finden, und zwar mehr als die jeweiligen Mindestanzahlen.

Der Einstieg in die Sachthemen begann mit einem unerfreulichen Thema: das Phänomen des „blauen“ Wassers in Heidelbergs Süden und in Dossenheim. Noch immer steht nicht definitiv fest, woher der Blauton stammt. Es gebe zwei Erklärungen, so Stadtrat Karl Breer, nämlich Kalkkristallauflösungen im Mikrobereich oder ein Fließrichtungstest mit Kontrastmitteln. Wichtig in solchen Situationen sei eine sofortige und umfassende Information der Bevölkerung, weswegen in Heidelberg die Diskussion aufkomme, hierfür Luftschutzsirenen zum Einsatz zu bringen und zuvor auf die Bedeutung derer Signale hinzuweisen, nämlich die Rundfunk- und TV-Geräte einzuschalten. Mannheim habe sein Sirenensignalsystem bereits vor zwei Jahren reaktiviert wegen des dortigen industriellen Gefährdungspotentials, so Stadträtin Dr. Birgit Reinemund.

Breites Thema nahm die Mobilitätssituation im Rhein-Neckar-Raum ein. Dauerstau ist bereits ein Problem, und der Um- und Ausbau des Walldorfer Kreuzes während mehrerer Jahre lasse zusätzliche erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen befürchten. Über die Pläne und Zeitschienen informierte Kreisrat Bürgermeister Dr. Alexander Eger aus St. Leon-Rot. Im Zuge der Baumaßnahme werde ein „vernünftiger“ Lärmschutz durch mehrere 8 m hohe Wände erreicht werden. Zu einem Dauerproblem habe sich die Ortsdurchfahrt Hirschberg-Großsachsen entwickelt, berichtete der dortige Kreisrat Hartmut Kowalinski, das dauerhaft nur durch eine Kreisverbindungsstrasse Hirschberg-Weinheim gelöst werden könne. Hier hat die FDP bereits konkrete Planungen vorgelegt und im Kreistag die frühzeitige Einbeziehung der Betroffenen beantragt. Offenbar komme hierdurch nunmehr Bewegung in die Sache und die drei Kommunen Weinheim, Heddesheim und Hirschberg nehmen sich aufgrund des entstandenen öffentlichen Drucks der Sache an.

Eine von den Liberalen in die Diskussion gebrachte Lösung lokaler Verkehrsprobleme kann in der Installierung urbaner Seil- oder Schwebebahnen liegen, wie es sie in Wuppertal schon lange gibt. In Mannheim sei dies bereits 2016 mit positivem Ergebnis geprüft, seitens der Stadt Ludwigshafen aber abgelehnt worden, wusste Birgit Reinemund. In München und Stuttgart seien diesbezügliche Prüfungen derzeit im Gang. In Heidelberg, so Stadtrat Michael Eckert, werde eine solche öffentliche Personennahverkehrslösung kontrovers diskutiert.

,Weitere Themen in der Gesprächsrunde liberaler Mandatsträger waren die (weitestgehend gelöste) Flüchtlingsunterbringung, die Notwendigkeit der Schaffung von ausreichendem und bezahlbaren Wohnraum, etwa durch Genossenschaftsmodelle und Erbpacht-Grundstücke, sowie die Einzelhandelsproblematik – auch in Neubauquartieren. Angesichts der Themenfülle und deren Komplexität wollen sich die FDP-Stadt- und Kreisräte schon bald wieder treffen, wie Kreistags-Fraktionschefin Bürgermeisterin Claudia Felden (Leimen) abschließend hervorhob