Ein gutes Konzept: Begegnungs- und Schutzzentrum für Frauen

FDP-Kreisräte besichtigten Einrichtung in Ilvesheim

Bei der Besichtigung des Begegnungs- und Schutzzentrums für Frauen in Ilvesheim (Foto: Dietrich Herold)

Ilvesheim. Seit 12 Jahren ist die „Istanbul-Konvention“ in Kraft, die auch für Deutschland gilt. In dem Vertrag geht es um Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt und um Gewaltprävention. Der Rhein-Neckar-Kreis müsste entsprechend seiner Einwohnerzahl 56 Plätze für Schutzbedürftige bereitstellen. Darauf hatte die Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion Rhein-Neckar, Claudia Felden, bereits frühzeitig hingewiesen, weil der Landkreis lange ein „weißer Fleck“ in puncto Frauenhäuser gewesen ist. Doch zeigte bereits in der vorigen Amtsperiode des Kreistages das mehrjährige Bohren der Liberalen erste Erfolge, denn mit der Schaffung einzelner Schutzräume im Kreisgebiet war ein Anfang gemacht, und zudem konnte die FDP-Fraktion Anfang 2024 berichten, dass die Baugenehmigung – exakt ein Jahr nach Einreichung – für 28 Familieneinheiten im ehemaligen Ilvesheimer Gasthaus „Zur Rose“ erteilt worden ist. Die Trägerschaft hat der DRK-Kreisverband Mannheim inne.

Anfang August 2026 wurde es – fast bezugsfertig – seiner Bestimmung übergeben. Bürgermeister, Gemeinde- und Kreisräte mit Landrat Manuel Just an der Spitze konnten die sanierten und sehr ansprechend eingerichteten Räumlichkeiten besichtigen und zeigten sich beeindruckt. Es war das Abschiedsprojekt der bisherigen DRK-Kreisgeschäftsführerin Christiane Hammoudi und eines von ca. 150 Projekten der Hector-Stiftung Weinheim, die das Begegnungs- und Schutzzentrum großzügig mitfinanziert hat. Nach mehr als drei Jahren Planung und Realisierung ist nun eine wichtige Lücke im sozialen Leistungsspektrum des Rhein-Neckar-Kreises geschlossen. Zufrieden waren nicht nur die beiden an der Einweihung teilnehmenden FDP-Kreisräte Bärbel Seemann und Dietrich Herold. Vor allem das Kombi-Konzept Begegnung und Schutzraum überzeugt. Die Opfer von Gewalt sollen optimal geschützt sein, sich aber nicht verstecken müssen. Ein abgeschotteter Trakt sorgt für Sicherheit, ein öffentlich zugänglicher Teil für Begegnung, Information, Kommunikation.

In diesem Herbst wird die „Rose“ nach Fertigstellung von Restarbeiten in Betrieb gehen. Damit ist der Rhein-Neckar-Kreis einen großen Schritt auf dem Weg zur Erfüllung der „Istanbul-Konvention“ vorangekommen, freuen sich die Kreistags-Liberalen. Und nicht nur die: auch die Gemeinde Ilvesheim und das DRK als Einrichtungsträger im Kreis-Auftrag können froh über ein solches Vorzeige-Objekt sein. Denn auch die Öffentlichkeit – etwa Vereine und Organisationen – soll das Begegnungszentrum mitnutzen können, sagte doch Projektleiterin Christiane Hammoudi: „Wir wollen, dass dieses Gebäude weiter ein Mittelpunkt des Ortes ist.“ Auch SPD-Kreisrat Bürgermeister Thorsten Walter, der auf die jahrhundertealte Verwurzelung der „Rose“ mit Ilvesheim hingewiesen hatte, zeigte sich sehr zufrieden mit Konzeption und Gestaltung. Knapp 5 Mio. € wurden investiert, wovon der überwiegende Teil von der Hector-Stiftung getragen wird. Dieser galt der besondere Dank aller Repräsentanten. Zunächst werden vier DRK-Mitarbeiterinnen in der „Rose“ tätig sein. Der Wunsch des Landrats, ein Frauenschutzzentrum möge eines fernen Tages mangels Gewalt entbehrlich werden, dürfte allerdings eher illusionär bleiben. Vielmehr gilt es, die noch immer nicht erreichte Schutzplatzzahl von 56 kreisweit zu erreichen. Dafür wird die FDP-Kreistagsfraktion sich weiterhin einsetzen.